Informationen zu Glücksspielsucht

Übermäßiges oder gar krankhaftes Glücksspiel kann schwerwiegende Folgen für Betroffene und deren Mitmenschen haben.

Die Glücksspielsucht wurde 2001 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit anerkannt. Die Diagnostik basiert entweder auf dem Manual des ICD-11 (International classification of diseases) oder auf dem des DSM V (Diagnostisch statistisches Manual), wobei das DSM wesentlich dezidiertere Kriterien aufstellt. Im deutschsprachigen Raum ist jedoch die Verwendung des ICD anerkannt und gängiger.

Das pathologische Glücksspiel zählt bislang zu den klinischen Erkrankungsbildern der Impulskontrollstörungen. Die Gründe für eine sich entwickelnde Glücksspielsucht sind vielfältig: soziale Probleme, berufliche Sorgen, Einsamkeit oder weitere Faktoren können zu einem Kontrollverlust über das Spielverhalten beitragen.

Vielen Erklärungsansätzen gemein ist eine verzerrte Emotionsregulation problematischer und pathologischer Spielerinnen und Spieler.

Betrachtet man die bisherigen Prävalenzschätzungen verschiedener wissenschaftlicher Studien, so liegen die Prävalenzraten für die Bundesrepublik zwischen 0,17 % und 0,56 %. Dies bedeutet, dass sich unter den 18 bis 65jährigen Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern etwa 90.000 bis 300.000 pathologische Spielerinnen und Spieler abzeichnen.

Für Österreich haben Studien Prävalenz-Raten von 0,66, beziehungsweise 0,71 % ergeben, für die Schweiz liegen Zahlen im Bereich von 0,5 % vor.

Exemplarisch für den Bereich der Sportwette haben aktuelle Forschungsansätze spezifisch vulnerable (verwundbare) Gruppen für die Ausbildung eines problematischen Spielverhaltes identifiziert: zum einen Personen mit Migrationshintergrund, zum anderen sportaffine und in Verbänden organisierte Glücksspielende.

Bezüglich der Entstehung sowie der Aufrechterhaltung der Glücksspielsucht kann das biopsychosoziale Modell Erklärungsansätze liefern; dieses Modell (auch das Diathese-Stress-Modell genannt) geht davon aus, dass die Person, die Umwelt und das Produkt miteinander interagieren. Soziale, biologische und psychologische Faktoren sind demnach bei Entstehung und Aufrechterhaltung von Erkrankungen beteiligt. Gerade für Abhängigkeitserkrankungen mit ihrem komplexen Bedingungsgefüge ist es ein geeignetes Erklärungsmodell. In der Interaktion der drei Komponenten spielen die Faktoren der Vulnerabilität („Verwundbarkeit“) und der Resilienz („Stressresistenz“) eine Rolle und verdeutlichen somit die Bedeutsamkeit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise beim Erwerb und der Aufrechterhaltung der Glücksspielsucht.

Der Verlauf der Glücksspielsucht ist durch einen chronischen Charakter gekennzeichnet. Es handelt sich demnach um einen Prozess.

Weiterhin spielen dopaminerge Strukturen des Belohnungssystems eine wichtige Rolle. Neben Fast-Gewinnen sind weitere Merkmale des Glücksspiels zu berücksichtigen:

  • Emotionale Beteiligung
  • Ereignisfrequenz
  • Flexible Einsatzhöhe und Gewinnmöglichkeiten
  • Illusionäre Kontrollüberzeugungen
  • Verzerrte Informationsverarbeitung
  • Bedeutung der Peer-Gruppe als sozialer Bezugsrahmen
  • Interaktives Spiel
  • Extensive Werbung
  • Mangelnde soziale Kontrolle
  • Verfügbarkeit (online wie terrestrische Angebote)
  • Vermeintliche Kompetenzanteile werden überschätzt
  • Anreizeffekte

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